Hallo Ihr Lieben,

macht es Euch bequem, schnappt Euch einen Kaffee oder Tee und lasst uns gemeinsam ins systemische Wohnzimmer eintauchen. In unserer aktuellen Podcast-Folge hatten wir eine ganz wunderbare Gästin zu Besuch, auf die wir uns schon riesig gefreut haben: Sosan Azad.

Für Ben war diese Folge ein ganz besonderes Highlight und ein echtes Herzens-Wiedersehen. Die beiden kennen sich nämlich schon seit über 10 Jahren. Damals hat Ben seine Ausbildung zum Mediator in Berlin an Sosans Institut absolviert. Umso größer war die Freude, sich nach all der Zeit in unserem systemischen Wohnzimmer wiederzubegegnen und ins Gespräch zu kommen.

Sosan bringt über 25 Jahre Erfahrung in Mediation, Supervision und Coaching mit und leitet das Institut „Streitentknoten“ in Berlin. Mit ihr haben wir uns einem Thema gewidmet, das uns im therapeutischen und beratenden Alltag immer wieder begegnet und oft ganz eigene Dynamiken entfaltet: die Mediation.

Natürlich sind wir mit so einigen Fragen in dieses Gespräch gestartet.

„Welche Rolle und welche Haltung nehmen wir als Mediator:innen eigentlich ein?

„Welche Verbindungen gibt es zwischen Beratung, Therapie, Coaching, Supervision und Mediation – und wo liegen die feinen, aber wichtigen Unterschiede?“

Ein Punkt hat uns in der Diskussion besonders bewegt: das Thema Neutralität und Allparteilichkeit. Diese beiden Begriffe sind mit der Mediation untrennbar verbunden. Aber Hand aufs Herz – wie leicht fällt es uns eigentlich, in unseren professionellen Rollen „immer und ausschließlich“ neutral zu bleiben? Manchmal kann das ein echter Spagat sein. Auf der einen Seite bewegen wir uns als neutrale Vermittler:innen sensibel zwischen den Fronten und Polen. Auf der anderen Seite spüren wir in Einzelfällen, geprägt von unserer eigenen Haltung und unseren persönlichen Wertevorstellungen ganz deutlich den Wunsch uns zu positionieren.

In unserer Folge bleibt es demnach nicht aus, auch offen am Beispiel der aktuellen politischen Lage darüber zu diskutiert, wie es uns damit geht, was uns dazu beschäftigt und auch sorgt.

Wie zeigen wir also Haltung im Mediationskontext, ohne die Neutraliät oder Allparteilichkeit zu verlieren? Sosan hat das für uns ein wenig auf den Punkt gebracht: „Ich möchte, dass Menschen in die Lage gebracht werden, mit unserer Unterstützung in Zukunft ihre Denkweise und ihr Verhalten zu hinterfragen und es zu reflektieren. Dafür brauche ich als erstes Neutralität. Mit ihr geht die Unvoreingenommenheit und meine Offenheit für die Menschen und ihre Prozesse einher.

Sosan definiert ihre Rolle dabei im Kern so:

„Wir sind die Brückenbauer:innen, die Vermittler:innen und die Zuhörer:innen. Und das ist weit mehr als nur ein Job für den Moment – das kann und darf auch ein wertvoller Beitrag von uns gesamtgesellschaftlich sein.“

Wir reflektieren gemeinsam, dass im systemischen und mediatorischen Kontext unsere Haltung nicht von der Erwartung geleitet werden sollte, dass Menschen sich zwingend verändern sollten. Es geht vielmehr darum, einen sicheren und ergebnisoffenen Prozess zu begleiten, in dem die Beteiligten ihre eigenen Denkweisen und Handlungen hinterfragen können.

Ein Gedanke hierzu war:

„Wenn wir es schaffen, aus dem Gegensatz etwas Gleiches bzw. etwas Gemeinschaftliches zu machen, dann haben wir es geschafft.“

Und wo liegt nun eigentlich der Unterschied zu Therapie, Coaching oder Supervision? Das entscheidet sich in erster Linie über den Kontext des zu bearbeitenden Anliegens. Während in der Therapie, Beratung und im Coaching häufig eher intime und persönliche Themen bearbeitet werden, ist der Kontext im Rahmen von Supervision und Mediation oft ein weniger privater, sondern beruflicher bzw. professioneller.

Mediation bringt Menschen wieder in eine gemeinsame Kommunikation miteinander, wenn es hakt. Sosan nutzte dafür eine für uns sehr anschlussfähige Metapher: „Konflikte sind manchmal wie Krankheiten. Es gibt einfach nicht das eine Medikament, das sofort gegen alles hilft. Man muss im Prozess als Begleiter:in flexibel bleiben, genau hinschauen und manchmal auch einfach gemeinsam feinfühlig ausprobieren.“

Wir durften in diesem Austausch eine zutiefst systemische Haltung miteinander teilen und sind dankbar für all die Inspiration, die Offenheit und die tiefen Einblicke, die Sosan mit uns geteilt hat.

Hört doch mal in die neue Folge rein, lasst die Gedanken sacken und teilt gerne Eure eigenen Erfahrungen mit uns!

Und was wir an dieser Stelle nun auch in die Welt bringen dürfen ist, dass sich aus diesem gemeinsamen Treffen heraus der Wunsch und Ideen für eine weitere Zusammenarbeit ergeben haben. Und so werden Ben und ich nun in Zusammenarbeit mit Sosan und ihrem Institut, „Streitentknoten“, die Weiterbildung für Mediation auch am Standort Hannover anbieten. 🥳🙂

Wir freuen uns riesig darauf!!! 😃

Wenn Ihr also Lust habt, Euch noch mehr mit dem Thema Mediation zu befassen oder auch Interesse an einer Ausbildung in Mediation habt, dann schaut Euch doch gerne mal auf der Website um. Unsere Termine für Hannover, mit dem Start in 2027, sind auch schon online geschaltet 😉 :

www.streitentknoten.de

Alles Liebe,
Tina und Ben